Kitamoto 2011: Abschließende Gedanken

Kendoka sind verrückte, lustige Menschen. Aber in gewisser Hinsicht sind wir doch alle im Kern gleich. Bestes Beispiel war der verrückte Russe Alex. Er redete nur russisch mit uns und machte die meiste Zeit nur Blödsinn, aber dennoch verstanden wir uns. Wer eine Lektion in Völkerverbindung haben möchte, muss nur ein internationales Kendo-Seminar besuchen. Wir sprachen alle zig verschiedene Sprachen, aber schreien alle mit einem Kiai, gewissermaßen.

Keine „Owezahra“

Man spürte auch eines: Alle Anwesenden waren hier, weil sie an sich arbeiten wollten. Es gab niemanden, der aus Erschöpfung oder weil er nicht mehr wollte einfach an den Rand ging und pausierte. Einfach nur so fliegt man wohl nicht nach Japan, um eine Woche intensivstes Training erleben zu können. Ich selbst hab gespürt, wie sich die Fortschritte langsam begannen, bemerkbar zu machen. Für mich war es auch eine Erholung, endlich wieder einmal wirklich nur für mich trainieren zu können, ohne Verpflichtungen, ohne Hintergedanken, ohne irgendwelchen organisatorischen Ballast.

Es war eine schöne Zeit. Eine intensive Zeit. Eine anstrengende Zeit. Eine Woche Kendo in Japan mit knapp 60 anderen Verrückten. Wer je dazu die Gelegenheit bekommt und sie nicht nutzt, weil ihm das zu weit oder zu mühsam ist, der sollte sich überlegen, warum er Kendo wirklich macht! Denn nur durch das Überwinden unserer eigenen Einschränkungen können wir an uns arbeiten und nicht nur zu besseren Kendoka, sondern auch besseren Menschen werden.

 

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