Kitamoto Day 7: Finale für „Kendomoto“

Heute haben uns ein paar Halbwüchsige gezeigt, wie man richtig Shiai macht. Am Nachmittag mussten wir nämlich allesamt Shinpan für ein Kinderturnier spielen. Die Jungs und Mädels haben sich reingestürzt, dass es nur so eine Freude war. Das „sein Leben wegwerfen“ beherrschen sie deutlich besser als so mancher aus unserer internationalen Truppe. Keine zehn Jahre als, hagelte es einen Angriff nach dem anderen mit schöner Technik und enormer Geschwindigkeit. Da können wir uns noch eine ganz schön dicke Scheibe abschneiden!

Die Lektionen davor waren sehr Kata-lastig. Kakehashi-Sensei ließ uns die neun Kihon-Formen noch ein paarmal präsentieren, Sato-Sensei überreichte uns stumpfe Schwerter. Mit Bedenken, wie er zugab, da diese Dinger doch etwas gefährlicher sind als einfache Bokutos. Für viele war das Neuland, ich hatte mit so etwas aber schon einmal üben können. Da es nur eine begrenzte Anzahl an Schwertern gab, mussten wir gruppenweise durchgehen. Dadurch dauerte die Sache recht lange und wir konnten nur eine halbe Stunde oder weniger in Rüstung trainieren. Wir gingen die ganzen Oji-waza noch einmal durch, auch einen Durchgang, wo der Motodachi selbst entschied, was er angreift. Dabei hatte ich den Montenegriner, mit dem ich vermutlich morgen Danprüfungskampf machen werde. Ich denke es lief ganz gut und ich machte glaub ich eine bessere Figur als er. Aber das werden die Prüfer morgen entscheiden müssen.

Nach dem Kinder-Shiai gab es Mawari-Geiko mit den Senseis. Ich hatte das Glück, Ishizuka, Kakehashi, Toshima und Sato (allerdings einen anderen) zu haben. Leider gab mein Oberschenkel bei letzterem nach. Zwar nur eine Art Krampf, der sich am Abend wieder löste, aber ich wollte nichts mehr riskieren und hab abgebrochen. Schließlich hat uns Sato-Sensei (der Oberboss) ermahnt, auf uns zu schauen und aufzupassen. Nach dem Training gönnte ich mir dann eine Runde im 42°C heißen Becken im Bad, das deutlich mehr zu bieten hat, als die schäbigen Mini-Duschen, die man bei uns so findet. Allerdings werde ich mich wohl so schnell nicht damit anfreunden, im Sitzen zu duschen. Zum Glück gab es aber auch eine Handvoll Stehkabinen.

Ende einer Trainingswoche

Die Abschlusszeremonie war nett, aber zum Glück nicht zu lang. Alexandre Sabouret aus Frankreich antwortete auf die Reden der Senseis seinerseits in unser aller Namen. Recht treffend, wie ich finde, erwähnte er, dass man Kitamoto nach dieser Woche eigentlich als „Kendomoto“ bezeichnen sollte. Nach Applaus und einigen Verneigungen rannten dann alle los, um Fotos von sich selbst mit den Senseis zu machen. Mir gibt das nicht wirklich was, deswegen ging ich mich nur verabschieden. Als ich bei Sato-Sensei angelangt bin, hielt er mich fest, zückte seinerseits seine Kamera und bat um ein Foto gemeinsam mit mir. Seine Frau hatte anscheinend in Wien studiert, wie er mir (zu meiner großen Überraschung) auf Deutsch mitteilte. Ich fühlte mich geehrt.

Heute steht nur noch die Sayonara-Party auf dem Programm. Jedes Zimmer muss seine „Performance“ herzeigen. Darüber werde ich aber den Mantel des Schweigens breiten. What happens in Kitamoto stays in Kitamoto. Und meine Nerven beginnen langsam zu arbeiten für die Prüfung morgen. Na mal sehen, wie das wird.

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