Anfängerbericht Teil 23: Milestone

22. 2. 2011. Ich trete zu meiner ersten Prüfung an. 6. Kyu. Ein Meilenstein im Projekt Kendo. Ich nerve meine Umwelt schon seit Anfang Februar mit Selbstzweifeln (da bin ich echt gut ;-)). Trotzdem – freue ich mich drauf – all die Monate des Eifers sollen ja für was gut gewesen sein!

 

Nun denn. Der Tag vergeht in seltsamen Sprüngen, am liebesten wäre es mir gewesen, das Ganze schon am Vormittag hinter mich zu bringen. Trotz der Versicherung, dass es nur das gäbe, was wir schon tausende Male gemacht hätten, bin ich aufgeregt – man will ja schließlich eine gute Vorstellung geben. Da ich nicht wusste, ob ich alleine vor den Prüfern stehen würde, oder ob wir zu mehrt antreten, war alles sehr nebulos.

Genug der Einleitung – als wir eintrudeln, ist Daniel schon in der Halle und zerstampft den Boden – Scherz beiseite – ich sehe ihm sehr gerne beim Üben zu. Lehrreich.

Um die Zeit rumzubringen, mache ich Suburi – und bin froh über jeden aus der Rookie-Riege, der auftaucht. Und dann sind wir alle da – Alexander, Hans, Moritz, Maria, Lukas, Roman, Robert, Julian, Jakob, Julian (gibt zwei davon), Raffael und meine Wenigkeit – das dreckige Dutzend, bereit, sich einer strengen Prüfung zu stellen.

Aber zuvor klären wir noch untereinander, welche Technik wie heißt….nächstes mal muss ich meine Hausaufgaben besser machen….

Wir kriegen jeder Klebestreifen auf die Hakama und darauf eine Nummer (ich bin Nr. 10)

Aufstellung, die Prüfungskommission (Mischa, Helmut, Daniel und Doris) steht vor uns und Daniel erklärt, was jetzt kommt – es werden je vier antreten, immer zwei gegenüber, und dann einfach die Übungen, die Mischa uns ansagt, nach besten Wissen und Können machen. Erleichterung macht sich breit – wir müssen nicht alleine vor die Prüfer!

Auf geht´s. Stille macht sich breit, als die erste Vierer-Partie antritt. Und sie überleben. Die zweite Partie…..ebenfalls. Und dann komme ich dran. Gemeinsam mit Lukas, Moritz und Hans. Lukas mir gegenüber. Angrüßen – check . *whew*…..Ich weiß nimmer, was wir gemacht haben, aber Chojak-suburi waren dabei. Nanameburi. Men? Ja, eh alle oder so? Und Kirikaeshi, oh ja, und ich bin immer noch sowas von froh, dass wir uns damit auf dem Onsen so intensiv die zeit vertrieben haben.

Und dann – sind wir fertig.

Hab nix mehr im Kopf und konzentriere mich nur mehr darauf, mich nicht an die Wand anzulehnen.

Günther, Markus, Chang, Phillip und Ralf treten nun an, und immer noch herrscht atemlose Stille.

Wir sehen zu bei dem, was uns auch alles noch erwartet.

Dann sind die letzten beiden, Philipp und Ralf fertig. Aber noch – liegt Spannung über uns – werden es alle geschafft haben?

Die Prüfungskommission sammelt die Unterlagen ein und während wir noch hoffen, dass wir uns jetzt die Zeit mit Schnähführen vertreiben können, liest Daniel schon unsere Gedanken und beordert Philipp, mit uns ein ausgedehnteres Aufwärmen durchzuführen. Auf dass wir nicht faul in der Gegen herumstehen … das lenkt uns dann auch ab von unserer Aufgeregtheit 🙂

Und dann ist es soweit – Doris, Daniel, Mischa und Helmut treten vor uns hin, die Stunde der Verkündiung – 17 Leute sind angetreten – aber nur zehn davon bekommen eine Urkunde….. weil die Kommission nicht mehr mithatte……  alle haben es geschafft….. *kollektives Durchatmen*

Aber – damit wir nicht glauben, dass jetzt eitle Kendo-Wonne herrscht – erzählt uns die Kommission gleich mal, woran wir in Zukunft zu arbeiten haben – Handgelenke , Schultern, Füße, Kirikaeshi ist kein Geschwindigkeitswettbewerb etc etc, und – tja – die Katas…..die Katas……

Gut so, denn sonst wären wir wohl völlig außer Rand und Band geraten, aber allen steht wirklich der Eifer ins Gesicht geschrieben, Wir Wollen Kendo Machen! Hier hat sich eine klasse Truppe zusammengefunden (und ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass mich Marias Kiai sehr beeindruckt hat 🙂

Und dann gehen wir zum Wirtn und geraten völlig außer Rand und Band.

5. Kyu, wir kommen!