Anfängerkurs-Bericht Teil 22: Welpen

Ich hab gerade nachgesehen – ich war tatsächlich schon gut zwei Monate nicht mehr in der Baumgasse im Training – die Donnerstage fielen Ferien, Zeitmangel, Unpässlichkeiten oder Terminkollisionen zum Opfer. So hab ich mich diesen Donnerstag schon sehr darauf gefreut, auch wenn die zeitliche Lagerung etwas ungünstig ist – mein Tag war dermaßen durchgedreht dass mich alleine das Wissen um das abendliche Training auf Linie hielt.

 

Ich hab´s zwar ohnehin schon allen erzählt, aber ich hatte es am Morgen beinahe geschafft einen wichtigen Besprechungstermin zu verschlafen, man kann sich dann eh nur über sich selbst ärgern, ich hab´s gerade noch rechtzeitig ins Büro geschafft, war aber dann etwas unrund.

Egal.

Als ich in den Dojo kam, war die Welt schon fast wieder perfekt. Zeit war genug, für eine Runde Schmähführen und dann für gemütliches Umziehen. Victoria und ich teilen uns alleine die Garderobe – kommen heute nicht mehr von den Mädels?? Nein, wir bleiben unter uns. Macht nix.

Es stellt sich heraus, dass wir überhaupt nicht sehr viele werden, grade mal zwölf von jeder Sorte (Larven/Käfer) und wer wird uns trainineren?? Noch sehe ich keines der vertrauten WKV-Gesichter…hm….aber zuerst beschleicht mich eh noch der Unernst, kann zwischen den anderen Jung-Schlümpfen einfach nicht nicht seriös bleiben (wenn ich das überhaupt jemals bin…) und rüffle (aber ganz sanft nur) Moritz dessen Hakama aussieht alls hätte er ein Batiktuch draus machen wollen….Scherz beiseite, ich weiss was es heißt, Hakama bügeln. Ich hab einfach nur Glück, dass ich Beatrix´eingetragenes Keiko-Gi tragen darf, das weiss von alleine, was es zu tun hat.

Es hilft nix mehr, das Training fängt an und siehe Christian Lettau wird es leiten, als einer für alle. Was weiter kein Problem ist, nach vier Monaten Kendo kommen wir zur Not auch ohne ständige Aufsicht zurecht.

Und nicht nur das. Wir haben einen vollkommenen Frischling unter uns, der zum ersten Mal in seinem Leben ein Shinai in der Hand hält. Und jeder von uns erklärt ihm einen Part. Die Basics. Es freut mich besonders, als Lukas ihm auch noch erklärt, was es mit Zanshin auf sich hat 😉

Mir fällt diesmal sehr auf, dass das  Tragen eines Keiko-Gi einfach einen Unterschied macht – in der Attitude. Die Leute stehen gerader. Bewusster. Ich kann jedem/jeder, der/die meint, zumindestens eine Zeitlang bei Kendo zu bleiben zu wollen, nur raten, sich eines zuzulegen. Es bringt´s!

Wobei….ahem…. vielleicht liest der junge Mann dies hier ja – es gibt auch Ausnahmen von der Regel. Ich sag nicht wer, aber einer von uns nannte ihn einen „Ausbund an Zanshin“ – und es war mühsam. Nachdem ich nicht wusste, ob er nicht doch graduierungsmäßig über mir war, hab ich das nicht kommentiert – aber – fortwährendes Gähnen, mit dem Shinai herumrudern, ein Kiai wie auf Valium und die Austrahlung und Haltung eines verschlafenen Waschbären – das war – eher belustigend. Vielleicht doch auch schauen, wie das die anderen rundherum machen und nochmal über Kendo nachdenken…..

Warum auch immer – macht sich zusehends mehr Unernst breit (Keine gestrengen Traineraugen auf uns? Wir dürfen selbstständig trainieren?? Wir sind erwachsen???)
Die Rüstungsträger machen Kirikaeshi als Moritz zu mir meint „Frag, ob wir auch Kirikaeshi machen können!“ „Wieso ich?“ „Du bist die Schlumpf-Mama!“…..ich brauche Minuten um mich wieder einzukriegen, die Buben zerbiegen sich, danke, sowas hat noch niemand zu mir gesagt. Mein Hinweis, dass Robert der Schlumpf-Papa ist und viel besser dazu geeignet, solche Fragen zu stellen, wird negiert. Wir reissen uns alle zusammen, weil das Training sonst wohl gelaufen wäre, aber so richtig ernst wird´s nimmer.

Als die Rüstungsträger dann zum Shiai-Keiko übergehen, lautet der neue Befehl – zwanzig Men, dreißig Sekunden Pause, zwanzig Chojak-suburi, dreißig Sekunden Pause, zwanzig Sayumen und so weiter.

Und weil doch schon so gut läuft – schlägt Schlumpf-Papa – dem wir das Kommando zuschieben – vor – zwanzig Chojak auf zwei Atemzüge – aber klar doch! Und gut ist es, sonst würde der Übermut mit uns durchgehen. Und zum Abschluss, einfach weil wir´s wissen wollen – fünfzig.

Das mit dem „Hashime!“ kriegen wir auch noch hin.

Yame.

Moksou.

Aus.

Ich muss jetzt noch lachen 🙂