Anfängerkurs-Bericht Teil 18: Deko-Schlumpf

Dienstag. Ich verbrachte im Büro gut eineinhalb Stunden auf einer Liege in unserer Betriebsambulanz in der Hoffnung, dass mein Kreislauf sich dann erfangen würde. Teilnahme am Training war mehr als unsicher – damn! Als Mischa und ich um 17:15 Richtung Dojo aufbrechen, bin ich vorsichtig optimistisch – könnte gehen. Und warum auch immer, durch Zauberhand oder Zeitablauf oder die heilende Kraft positiver Gedanken – als wir den Dojo betreten fühle ich mich vollkommen wiederhergestellt. Na bitte. Es geht sich immer alles irgendwie aus…

 

Janin ist schon da, und auch Benni, den wir verdächtigen, dass er im Dojo übernachtet – egal, wann wir kommen, er ist schon vorher da.

Viel Zeit, ich kann mit Janin plaudern und mich sorgfältig und in Ruhe anziehen und meine neues, zweites Shinai (das musste einfach sein ;-)) von allen Hüllen und Schnürln zu befreien – zumindestens von denen, die nicht notwendig sind!

Ich fühle mich immer noch ein wenig schaumgebremst, und etwas unkonzentriert, als mache ich keine Suburi sondern stehe ein wenig unschlüssig herum, dann trudelt eh schon die Meute ein, Robert sieht mich streng und kopfschüttelnd an, nein, es war kein Lieferverzug, sondern noch gar nicht bestellt (sein G´wand) – ich werde mich bemühen, hier keine Halbwahrheiten mehr zu verbreiten …. 😉

The same procedure….Mischa lässt uns hüpfen, springen und …. nein, nicht tanzen, Suburi machen, ich bin immer noch vorsichtig, ob mein Körper nicht plötzlich wieder beschließt, mich zu piesacken, aber nein, alles bestens und wird besser!

Alles Bestens – kann man allerdings nicht von unserer Art sagen, wir wie unserer Plätze beim Seiza (ich hab die korrekte Schreibweise noch nicht gefunden!! Help!) einnehmen – nämlich etwas planlos – alles wuselt durcheinander und als wir endlich in Reih und Glied stehen, sehe ich Helmut an, dass das so nicht seinen Vorstellungen entspricht. Was er uns auch sehr deutlich zu verstehen gibt, in einem kurzen Vortrag, in dem die Elemente „100“ „300“ „500“ „chojaku-suburi“ „wenn nicht“ „dann“ „Full metal jacket“ „alle für einen“ „japanische Methoden“ „bis ihr zu müde seid, um eine falsche bewegung zu machen“ enthalten waren. Wer dabei war, kann sie sicher in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen.

Während Helmut also noch spricht, und Cosmo zwischendurch meint, dass alle Schlümpfe auch noch beisammen stehen sollen, ranggerecht, aber doch, es warart wegen der Optik, und ich also schnell einen neuen Platz einnehme, sehe ich aus dem Augenwinkel, wie einer der Rookies Richtung Ausgang unterwegs ist….was?? Gibt hier wer Kendo auf?  !!! Nein, nicht Kendo, als er sich umdreht, sehe ich, dass er vollkommen weiß, oder eher, grau im Gesicht ist und es ihm offensichtlich nicht gut geht. Cosmo eilt ihm nach, gut, es kümmert sich wer.

Ich versuche mich wieder zu konzentrieren, und Helmut gibt uns eine zweite Chance, siehe da, diesmal geht´s. Uff. Und ich steh halt mal bei den Schlümpfen.

Na gut. Dann tu ma mal. Üben. Nach etlichen Längen des Gehens teile wir uns in zwei Gruppen, und – Kote ist an der Reihe. Helmut und Mischa demonstrieren, Helmut erklärt, aber ich weiß nimmer was, denn Cosmo gibt mir parallel dazu ein Privatissimum und in meinem Bemühen, meine Aufmerksamkeit höflich zu teilen – krieg ich gar nix mit. Damn. Irgendwann wird Helmut das Gewisper in seinem Rücken doch zu bunt, dann geht´s wieder….aber den Hauptteil hab ich versäumt…..*grrrrrr*. Und als es dann ans Üben geht – werde ich wieder den Schlümpfen zugeteilt, was bedeutet, ich halte mein Shinai zum Üben hin –  auch gut, aber …. ich komme nicht zum Kote-schlagen. Irgendwie zieht sich dieses Missverständnis meinerseits dann weiter und um es kurz zu machen – ich ende mitten unter den Senior-Schlümpfen und mache was, von dem ich keine Ahnung habe. Als mir dämmert, in was für eine Lage ich geraten bin/ich mich gebracht habe, beschließe ich aber blitzgeschwind, dass Flüchten jetzt einfach nimmer ist und ich steh das jetzt durch – dann kann ich immer noch im Erdboden versinken……gottlob – es sind die letzten Übungen des Abends, dann wird nurmehr abgegrüßt (das kann ich….)

*whew* – war ein turbulenter Abend. Aber gut. Als Abschluss nochmal der Appell, die Etikette als organischen Teil des ganzen zu sehen, ich denke, das tun wir alle, aber die Teile müssen erst zueinander finden 😉

Wir arbeiten daran 😉