Anfängerkurs-Bericht Teil 16: Weihnachtsspecial

Ahem. Sozusagen das vorletzte Training des Jahres, aber vielleicht gut als Einstieg in die zweite Hälfte der Anfängersaison, damit wir alle wissen, wo wir schon waren…. Es ist ja schon beinahen unwirklich lange her, 21. Dezember!! Aber Tadaaa! ich hab eine Gedächtnisstütze, Mischa hat gut 300 Fotos gemacht (die wir dann bei Gelegenheit auch unters Volk bringen werden…)

 

 

Viele, viele Leute waren wir, der kleine Turnsaal wieder gesteckt voll, aber ich finde das gut, da ist Begeisterung vorhanden, so schön es wäre, etwas mehr Platz zu haben, mir ist das so lieber, als wenn wir nur ein paar Hansln wären 😉

Daniel – wärmt mit uns auf, und verkündet uns, es gäbe als Weihnachstüberraschung kein Zeitlimit, vielleicht trainieren wir bis 21:30? 22:00? Ungläubige Blicke und noch ungläubigeres Grinsen aus der Menge….

Und weil dies hier ein Blog ist…..Ende Oktober war dieses ziemlich schockierende Begräbnis eines Bekannten, wo ich danach ins Training kam und sehr froh war, Leben zu spüren.

Heute (soeben, als ich diese Zeilen schreibe) hab ich erfahren, dass die Frau meines Bekannten, eine langjährige Arbeitskollegin und über Jahre auch gute Freundin von mir selbst, an den Folgen einer schweren Krankheit verstorben ist.

Selbst als nicht-religiöser Mensch, wie ich einer bin, möchte man gerne glauben, dass die beiden nun, nach kurzer Trennung, wieder vereint sind…..

Mit Kendo hat das nichts zu tun, ich weiß, aber der Tod gehört zum Leben, und Kendo hat das Leben in mir – in einer Art und Weise wach werden lassen, die ich davor nicht so kannte. Udn darum hatte ich das Bedürfnis, diese Geschichte hier zu erzählen, statt einfach zu warten, zwei, drei Stunden, bis der Nachhall weg ist, und dann heiter weiterschreiben, als wäre nichts gewesen…

Leben eben.

Dem wenden wir uns wieder zu. Gedenkt der Toten, aber seht nach Vorne….

Nun denn. Nachdem Daniel uns also das „unendliche Training“ angekündigt hatte, gab´s ausgiebiges Aufwärmen. So ausgiebig, dass Robert neben mir (bin gespannt, ob er am Dienstag in Blau kommt!) meinte, wir hätten auf die Meditation vergessen! Worauf ich meinte – soweit sind wir noch gar nicht! Nach dem extrem kurzen Aufwärmen in der Baumgasse (….nein….ich sag nix 😉 kam uns die halbe Stunde schon fast wie ein komplettes Training vor…..

50 Chojaku-suburi und dann gings los mit Helmi´s Christmas-Special. Zuerst mal Gehen-Gehen-Gehen. Mit zunehmend mehr Zusatz-Techniken (jaja…hier lässt die Detailerinnerung dann doch aus, aber ihr wisst, was gemeint ist ;-))

Dann – in zwei Reihen aufstellen, jeder hat ein Gegenüber (mah….wusste auch schon mal, wie das heißt) und auf gehts! Es ist immer noch ein etwas eigenartiges Gefühl (geht in Richtung Verlegenheit), Leute, mit denen man 20 min vorher Schmähs gerissen hat, anzuschreien und auf sie hinzuschlagen – aber das verfliegt, und dann ist es nur mehr die Freude über einen (subjektiv) korrekten Bewegungsablauf.

Wechsel und das Einstellen auf ein neues Gegenüber – es ist einfach spannend! Zwischendurch demonstrieren Helmut und Daniel immer auf launige Art und Weise die Do´s and Dont´s – meine Güte, so sehen wir aus?!? Doch, doch, so sehen wir aus 😉  Natürlich „gerate“ ich an Daniel, was immer sowas wie „die Stunde der Wahrheit“ bedeutet und das Ende aller Selbstäuschung über das eigene „Niveau“ – aber wieviel lernt man in dieser kurzen Zeitspanne!!

Drei Minute Pause, während der alle aufgeregt herumhüpfen und dann – wird´s richtig lustig. Shinai-Parcour. Hochinteressante Sache, die einen halten das Shinai in Men-Höhe, während sich die anderen möglichst zügig, aber konzentriert vorwärtsbewegen, Men-schlagend. Und da – merkt man dann, was für einen langen Weg man noch vor sich hat. Ich zumindestens.  Ich hätte gerne noch fünfundzwanzig Runden gedreht, hab ich mich ein wenig gehetzt, wäre gar nicht notwendig gewesen, vor den anderen davon zu laufen. Aber wir machen das sicher (Ja? Bitte….?) wieder.Und dann weiß ich, was ich anders machen werde …

Völlig unerwartet (wollten wir nicht bis 22:00 trainieren???) ist es vorbei, Sonkyo, abgrüßen, Schlussmeditation.