Anfängerkurs-Bericht Teil 15: The Warrior

Letztes Mal kam ich 10 min zu spät ins Baumgassentraining, diesmal war ich eine Stunde zu früh dort. Was mir aber die Gelegenheit verschaffte, mich mal in Ruhe mit Benni zu unterhalten, der auch schon da war. Die Fussballer (schon wieder die…..) ersuchen darum, dass die Kendokas erst um 19:30 in die Garderobe kommen – die Burschen haben´s aber dann doch irgendwie geschafft, pünktlich im Dojo zu sein.

 

Janin trainiert heute das erste Mal in Rüstung und ich bin schon mit ihr aufgeregt 🙂

ZackZack, aufwärmen, jede Minute Zeit ist hier kostbar, viel machen wir nicht, aber es wirkt schnell. Aufstellen in der Reihe, Seiza, Moksou, auf geht´s.

Wir sind heute nicht mehr als zwölf von den Anfängern und dürfen uns um Dieter scharen. Der, solange die ausgewachsenen Blauen noch ihre Rüstung kompletieren, Zeit hat, in normaler Lautstärke mit uns zu sprechen.

Grundübungen, Suburi und Dieter geht durch und korrigiert uns – er hat einiges zu tun ….. ich weiß jetzt aber endlich, wie ich mein linkes Handgelenk korrekt halten muss – fühlt sich etwas ungewohnt an, macht aber einen Unterschied.

Immer wieder holt er uns zusammen und demonstriert uns, worauf wir achten sollen – zupft mich auch mal aus der Menge, und zeigt, was passiert, wenn man „aufmacht“ – Kote! – ich tanze innerlich ein kleines Tänzchen, mein erstes Kote von Dieter! 0,5 Hauck! Kann aber nicht weiter in Heiterkeit schwelgen, denn wir haben noch viel zu tun, und das Tun erfordert Konzentration.

Vor allem, als es daran geht, an der Fussarbeit zu feilen (was für eine …merkwürdige Metapher in diesem Zusammenhang…). Während wir da über die Bahnen hoppeln, vermeine ich ein amüsiertes Glitzern in Dieters Augen zu sehen – wie ein wohlwollender Kämpfer, der seine ungelenken Knappen betrachtet…

Was mich angeht – jeder der Einzelteile klappt schon gar nicht so schlecht, aber das Zusammenspiel, oh das Zusammenspiel…..dabei – die Synchronisation wäre ja eine aufgelegte Sache – denkt man sich. Denkt man sich. Am liebsten würde ich einfach 20 Bahnen hintereinander machen, vielleicht sind drei, vier gute dabei (Wiederholungen meine ich 😉 und ich merke mir einfach das Gefühl, damit ich das verinnerlichen und reproduzieren kann.

Alles in allem geht es aber gut, wenn es auch nicht mehr so anstrengend ist wie am Anfang, es scheint, als hätten wir alle ordentlich Kondition aufgebaut.

Und dann ist es schon wieder vorbei, ein Jammer, aber es gibt ja ein nächstes Mal.

Janin ist aufgelöst, aber glücklich, es ging ihr gut in ihrer Rüstung, wir haben zwar nicht viel Zeit zu reden, aber sie hat mir am nächsten Tag ein sehr lustiges Mail mit ihren Erlebnissen geschrieben…

Ein schnatternder Haufen Kenshi bewegt sich hinaus, Feiertagswünsche werden ausgetauscht, und dann geht´s wieder zurück in die echte Welt.

Kendo ist was Schönes.