Anfängerkurs-Bericht Teil 13: Girl Power

Ich bin ja nicht nur im Prokrastinieren gut, sondern auch im Verzetteln – irgendwie ist das ja auch verwandt…also hab ich am Donnerstag die viele Zeit zwischen Büro und Training dazu erkoren, mir Kleidung für die diversen Weihnachtsfeiern zu besorgen.

Mit besonderem Augenmerk auf die Kenshikan-WeiFei, man will ja schließlich Eindruck machen (einen guten). Und niemals würde ich mit etwas bereits Getragenem zu einer Weihnachtsfeier gehen….fragt mal meine Kollegen, die ich ab November mit diesen Überlegungen unterhalte….also auf ins Asiaco, danke für den Tipp!

 

Wie auch immer – es kam dann eh wieder alles ganz anders, und weil ich nicht gerne warte, dachte ich mir, verplemperst noch ein wenig Zeit..die restlichen logistischen Details erspare ich den werten Lesern jetzt, nur so viel – ich kam zu spät.

Gottlob nicht ich alleine, das mindert zwar den Schmach nicht, aber ich kam mir nicht ganz so exponiert vor….als ich in der Garderobe husche, ist sie schon leer, und während ich noch Gi und Hakama auspacke, höre ich drinnen das Aufwärmen beginnen….verd….!! Nicht nur, das es gegen jede Etikette ist, ich falle auch noch um das Plaudern mit den fellow trainees um…nix Eintauchen in die andere Welt!

Wie immer, wenn man es eilig hat, fangen sich die Dinge an zu wehren, sprich, es dauerte noch länger als sonst, bis ich alles auseinandergefaltet und an mir drapiert hatte. Aufwärmen war dann auch nimmer notwendig, bis alle Himo dort waren, wo sie hingehörten und die *@##!! Masche waagrecht war, waren die Kämpfer drinnen auch schon mit der Meditation fertig  – na wenigstens halbwegs das Timing! – und mir war sauheiß.

Ich betrete den Dojo vorschriftsgemäß, aber mit einem hoffentlich angemessen zerknirschten Ausdruck im Gesicht….werde ich Schelte ernten!? Maßlose Erleichterung durchströmt mich, als mir Vanessa, die den Rest gerade um sich schart,  grinsend zuwinkt „her mit dir!“ ufff…..nochmal sollte das nicht vorkommen, zumindestens nicht ohne guten Grund!

Durchatmen, die Himo nochmal verstauen, Kamae….und los geht´s. Schulter tut nicht weh, sehr gut. Also Grundübungen, Suburi, Sayumen (ich halte die linke Hand zu hoch), geht ja! Und die (selbstinduzierte..) Hektik legt sich auch sehr schnell.

Und dann – fangen wir an mit Durchgehen. Sytematisch. Und – mit Kiai. Was für mich nicht ganz so einfach ist – jemand mit innerer Überzeugung anschreien und ihm/ihr dabei in die Augen sehen. Und sich dabei nicht seltsam vorkommen. Nicht nur andeuten, sondern – mit Nachdruck schreien. Ich mein´s so. Wir sitzen natürlich alle im selben Boot, und nehmen einander ernst, das macht es viel leichter. Was nicht heißt, dass es hier nix zu Lachen gibt – im Gegenteil – es ist sehr lustig – zwischen den Übungen.

Ich hatte wieder einmal die Ehre, als Demo-Partner agieren zu dürfen…irgendwie erfüllt mich das mit Stolz, aber keine Angst, meine eigenen Leistungen bewahren mir Bescheidenheit als Grundhaltung :-))

Danach – Kirikaeshi! –  eine Kombination aus Shomen und Sayumen, und so wie´s aussah, waren wir alle damit beschäftigt, die richtige Anzahl der Schläge und die richtige Abfolge der Kombination hinzukriegen , das fraß wohl die meiste Aufmerksamkeit auf. Locker und im flow war wohl keiner – aber hey! Wir sind ja hier, weil wir es lernen wollen, nicht weil wir´s können 😉

Vanessa ist auch so ein Sonnenschein, wachsam beäugt sie uns, korrigiert, motiviert, fühl mich hier gut aufgehoben 😉

Viel zu schnell ist das Training wieder vorbei, diesmal stellen wir uns zum Abschluss mit den Rüstungsträgern auf, es geht was weiter mit uns – wir werden einfach vorangetrieben und das ist gut so!

Beim Rausgehen finden sich noch ein paar der Kenshikan-Gefährten, „Kommt ihr eh morgen zu Weihnachtsfeier?“ „Na klar doch!“

na denn….wir sehen uns 😉