Anfängerkurs-Bericht Teil 11: Stomp

Es ist Sonntag Nacht und ich bereue, dass ich meinen Bericht nicht schon am Dienstag geschrieben habe… dazwischen… aber die Geschichte kommt noch….

Dienstag war genial. Zwar gab es keine Schwerter, die zu reparieren waren (meins hab ich noch vorher nachgespannt und sogar wieder ohne Zwischenfälle zusammengekriegt – war nur eine kurze OP unter lokaler Betäubung, hab die Knoten nicht vollständig gelöst (und ich hätte Backup gehabt….)

Janine ist schon da und liest in einem Buch über Zen – muss sie noch mal fragen, was das war. In mir erwachen so manche alte Interessen.

Der Dojo füllt sich, wir sind sehr viele diesmal und Mischa wärmt mit uns auf.

Dann steht, fast wie aus dem Nichts, Kamemoto-San vorne.

Ah…woher…?

Er holt sich Helmut als Co-Trainer nach vorne und fängt ohne viel Erklärung an zu zählen „…ichi…ni…“ und wir schwimmen ein wenig…..was…sollen…wir…tun? Wiederholung des bis jetzt Gelernten, ganz einfach. Dann geht er durch und lässt sich von uns erzählen, worauf beim Kamae zu achten ist….ich komme auch dran, ganz zum Schluss, abgesehen davon, dass ich zwar im hoffentlich korrekten Kamae stehe, wäre mir nichts eingefallen. Und so stottere ich dann auch irgendwas von den Händen daher….meine Güte…..

Aber wir bringens mit Würde hin und dann geht´s (endlich….ich hab schon in der Schule Wiederholungen gefürchtet!) daran, Neues zu lernen. Beziehungsweise das bereits gelernte zu festigen (ahem….).

Zenshin Kotai Men (und weil´s schon so spät ist, erspare ich mir vorerst die Recherche der restlichen Namen der Techniken…kommt noch)

Mir geht´s einfach gut dabei, einmal touchiere ich das Shinai meines Hintermannes (der mir später grinsend erzählt, er hätte mich die ganze Zeit als Ziel benutzt – ich sehe das als Ehre!), ist weiter kein Problem, es ist eigentlich eh verwunderlich, dass man nicht öfters Bambus auf Bambus knallen hört, die (relative) Enge des Turnsaals hat auch ihr Gutes, wir achten mehr auf unsere Bewegungen, um keinem anderen in die Quere zu kommen.

Und dann ist mal schluss mit den Suburi – Fusstechnik! Und zwar nicht nur der schon fast automatisierte Kendo-Schritt – oh nein – Fumikomi! Hatten wir schon mal, mit Vanessa, und vor allem auch mit Helmut (der eine für mich perfekte Anleitung geliefert hat) – siehe da – das geht! zwar nicht immer, aber es geht.

Es wird wieder ziemlich schweißtreibend, aber Kamemoto-San ist gütig – kurze Pause.

Nach der es – umso heftiger weitergeht – die Länge des Turnsaales durchmessen, Fumikomi nach eigenem Rythmus. Shinai wird derweilen locker an der Seite getragen und nur mal gehen – stampfen – gehen – gehen – gehen – stampfen – gehen – stampfen – stampfen – yeah! gut geht das! Es fühlt sich zumindestens gut an 😉

Der Sensei zeigt uns dann, wie es WIRKLICH gut geht (seufz….) aber wir sind gut drauf und als die rechte Hand dann synchron einen Schlag andeutet, geht´s immer noch.

Heissa!

Das Ganze ist so erbaulich, dass ich rund um mich in meiner Ecke nur lächelnde Gesichter sehe und das Gefühl habe, dass die Zeit allzu schnell vorbei geht.

Denn dann heißt´s schon wieder „seiza….Mokuso!“ und wir sind entlassen.

Das Duschritual unter der antiken Dusche (aber wir haben das im Griff – es gibt weder Verbrühungen noch Kneippgüsse), Hakama halbwegs falten und ab auf ein Getränk (und ich steh dazu, dass das ein wichtiger Grund für meine Kenshikan-Mitgliedschaft ist ;-). Die Geschichten, die ich dort höre, sind zum Niederknien (und zum Tränenlachen … 😉

Auf bald und ein Neues.