Anfängerkurs-Bericht Teil 10: Wolfgang

Das mit den Fotos hab ich noch nicht im Griff, aber wenn ich Daniel zu fassen kriege, dann werde ich ihn ein wenig ausquetschen…

Donnerstag also – war wieder mal das Tanzen auf zwei Kirtagen angesagt, nacheinander, aber koordiniert will das trotzdem sein. Es geht alles, wenn man locker bleibt – zwei Schilcherglühwein (unterschiedlicher Qualität) beim Weihnachstmarkt vor dem Belvedere, dann – ein hoch auf die Öffis! Ich liebe die Wiener Linien 😉 – in knapp zehn Minuten mit dem 18er zum Dojo.

Schnell umgezogen (wobei mir sogleich hilfreich zur Seite gestanden wurde) und ab in die Halle, hier ist leider die Zeit knapp. Viiiiiiele Blaue und das mittlerweile vertraute Bunte Rudel. Zack zack Aufwärmen mit jemand mir bis dato Unbekanntem, Seiza, Moksou und die Spannung steigt, wer uns diesmal wohl unter seine Fittiche nehmen würde – jemand, der das aufgrund seiner Größe wunderbar kann –  „Grias eich, i bin da Wolfgang, mi habt´s no net g´habt“ – nein, hamma net, aber kennen tun wir ihn wohl alle, er überragt die meisten um gute 15, 20 Zentimeter. Und das ist gut so, denn so erreicht uns auch alle die heitere, lockere Gelassenheit, die er ausstrahlt – „Grinsen“ ist ein negativ belegtes Wort, aber bei Wolfgang hält das nicht – er grinst und es ist einfach herzerwärmend. Man kann einfach nicht anders als auch gut aufgelegt zu sein…

Und trotzdem ernsthaft trainieren, Wolfgang  schenkt uns nichts, auch wenn er dabei lächelt, die gefürchteten Choyaku suburi kommen dran und dann gibt´s Partnerübungen, bei denen ich an einen jungen Mann gerate, der sein Shinai so umklammert, dass ich seine Arme beben sehe…..er hat eine Menge Entschlossenheit im Blick, das mit dem Lockerbleiben dürfte noch nicht durchgedrungen sein….

Dabei gings um etwas anderes, sehr wichtiges, das finden der eigenen Distanz, was, wie Wolfgang betonte, etwas sehr wichtiges und zugleich Schwieriges ist (danke…ich dachte, nur ich hab Schwierigkeiten damit)

Tja….und dann ist es auch schon wieder vorbei, was ich mit großem Bedauern zur Kenntnis nehme, eineinhalb Stunden sind nix, wenn man im flow ist, hätte gerne noch weitergemacht…..vor allem die Partnerübungen, und vor allem deshalb, weil bei jedem Versuch ein anderer Teil gelang…

Aber – wir sind ja alle erst am Anfang unseres Weges 😉

Seiza, Moksou und als sich die Blaugewänder zerstreuen, holt Wolfgang uns, die wir noch etwas unsicher warten, zusammen und ruft uns eindringlich ins Gedächtnis, dass jetzt, am Anfang, noch viel Zeit ist. Zeit, sich zu beobachten, sich zu korrigieren, zu wiederholen, langsam zu sein. Jetzt am Anfang haben wir Ruhe und Zeit, zu lernen und wir sollten das nützen. Und für uns selbst nach korrektheit streben, nicht deshalb, „weil der Trainer gerade herschaut“.

Weise Worte.

Ich nehme sie mit auf den Weg 😉