Anfängerkurs-Bericht Teil 5: „Stomp with Vanessa“

Auf das Training hab ich mich schon die ganze Woche lang gefreut. Anfangs war ich ja immer fast schon nervös, aber jetzt ist es – ha! Endlich wieder KAMAE!!

 

Ich war davor auf einem Begräbnis, vor dem ich Angst hatte, sehr tragische Sache, eine vollkommen geschockte Trauergemeinde, ach herrje. Aber – ich war froh, dass ich dort war, sich einem solchen Ereignis zu stellen, das gehört einfach auch zum Leben….

Nun ja.

zu behaupten, dass ich danach jauchzend über mein Glück, am Leben und gesund zu sein, ins Training gefahren wäre, ist übertrieben, aber – ich hatte einen gewissen Frieden in mir.

Also doch zurück ins Leben. Und – ach ja, noch was – weil´s sehr schnell gehen kann mit dem Abschied-nehmen-müssen – man sollte doch wirklich nett zueinander sein. Generell. Einander nicht länger als notwendig zürnen. Wenn die letzten Worte, die man miteinander gewechselt hat, böse gewesen sind, dann kann´s passieren, dass man damit für den Rest seines Lebens klarkommen muss.

Ich versuche das auch durchzuziehen, dass heißt nicht, dass ich alle immer  liebhaben muss, aber ich atme durch und denke mir, jemanden böse zu sein etc kostet soviel Energie….und eigentlich ist der Anlass meist lächerlich. Also – passt schon, vergiss es, steht sich nicht dafür, dass eine Freundschaft oä den Bach runtergeht, weiter geht´s.

Ahem.

Sorry für den kurzen, sehr roh skizzierten Exkurs…

Also Anfahrt Dojo. Ich schulde Wolfgang noch € 10,– für das Shinai, letztes Mal war er nicht da, also müssen heute die Schulden beglichen werden. Ich bin ja einer der führenden Prokrastionationsexperten hier in Wien, also gehe ich natürlich nicht vorher zum Bankomaten, sondern – das heb ich dann im 3. ab. Denk ich mir. Und dann find mal einen Bankomaten bei der Schlachthausgasse…der Tramfahrer, den ich frage, schüttelt nur mit großen Augen den Kopf und die hilfsbereite ältere Dame, höre ich noch minutenlang sich wundenrn „…an Bankomaten suachts…….!!!“ ja, Freunde, die findet man normalerweise im Umkreis von U-Bahnstationen, Einkaufszentren, Straßenbahnwendestellen. Dort ist ein Einkaufszentrum! Nix!! ich unternehme Ausfälle in alle Richtungen – nix!!! Tz. Gibts ja net……muss ich wohl noch ein Woche Schulden haben, macht keinen so guten Eindruck, vor allem, wenn einen jemand nicht kennt……grmbl…ich hab gottlob etwas mehr Zeit und stelle mich auf einen längeren Fussmarsch ein – als – mein Blick auf das riesige GPA-Gebäude fällt….manchmal ist doch in solchen Gebäuden – bingo – eine BAWAG-Filiale!! untergebracht. Ich hatte schon zweifel, denn alles war unbeleuchtet, des Bankomatzeichen, der SB-Foyer – irgendwie nicht sehr vertrauenserweckend. Aber – die Maschine geht – und ich ziehe frohen Mutes ab Richtung Dojo.

Wo ich dann – gleich mal gebeten werde, durch die Männer-Garderobe zu gehen, weil die Frauen-Garderobe zugesperrt ist. Danke, Herr Schulwart. Ich schieße so durch, dass ich gleich mal vergesse, mich zu verbeugen (nein, ich hab das alles schon mal gesehen, aber ich finds einfach höflich, wenn man sich nicht länger im falschen Raum aufhält als notwendig….. 😉 Na egal.

Es sind schon einige Mädels da, ich zieh mich flott um, binde mir die Haare zusammen, schnappe Shinai und kamera – und betrete meine andere Welt. von diesem Moment an ist die ganze Hektik der letzten Woche wieder weg und ich höre auf zu denken.

Eine blonde junge Frau in Rüstung und mit einer Menge Blech in den Ohren 😉 händigt uns, das Schnuppermonat ist vorbei, Unterlagen und ein Beitrittsformular aus (die ich leider vergessen habe – die Unterlagen waren super!), ich nehms, aber ich will ja beim Kenshikan beitreten und nicht beim WKV – for obvious reasons 😉 (unter anderem weil die Kenshikan-Leute nach dem Training was trinken gehen ;-))

Die Burschen wispern…von den uns bekannten Trainern ist nur Wolfgang da, wer wird uns heute unter die Fittiche nehmen? Nach einem kurzen Aufwärmen – leuchtet so manches Auge auf – Vanessa ist heute unsere Trainerin – und ich hab mich danach für das Training bei ihr bedankt – es war klasse.

Übungen heute nur kurz im Stand – und dann – gehen wir. Und Schreien Wir schreien!! Wir können auch so laut sein wie die – nein, heute waren keine Katzen dabei, es war einfach nur Gebrüll, und wir haben dagegen angebrüllt, es war fantastisch – ich wusst gar nicht, dass ich so lange schreien kann! 😉 Jedenfalls war es zeitweise infernalisch laut und je lauter es wurde, desto lockerer wurde ich. Zeitweise verkrampfe ich mich zwar immer noch um mein Shinai, aber es wird. Auch die Partnerübungen – alleine geht das alles wunderbar, aber dann auch noch treffen! Und – der Stampfschritt (sollte mir eigentlich leicht fallen, ich geh ja nicht sehr grazil 😉 – klasse!

Und – Vanessa benützt mich zum Demonstrieren einer Übung – freut mich irgendwie 😉

Das Training ist diesmal zu schnell vorbei. Ich hätte noch eine halbe Stunde weitergemacht.

*durchatme*

Wann kann ich wieder trainieren gehen? 😉