Anfängerkurs-Bericht Teil 4: „Martin“

Heute (Donnerstag) war´s bedeutend stressfreier als am letzten, erstens wusste ich genau, wo ich hinmusste, und zweitens war ich im Büro und konnte pünktlich weg.

Schön langsam kennen wir einander, das gefällt mir, dass es wenig Leute sind, die aber tatsächlich immer wieder da sind. Ich neige dazu, Leuten „Titel“ zu geben, drum heißt einer mittlerweile Spartakus. Nähere informationen auf Anfrage 😉

Mädels sind´s ja sowieso nicht soooviele, aber andererseits – doch auch, Clara, der beim zweiten Training in der Schinnaglgasse übel wurde, ist immer dabei. Die In Wien weilende Griechin auch. Doris (?) und die kleine blonde Katze (ahem) hatte diesmal eine Hakama, neu erworben, an – sieh sieht gut aus damit!

Wie ich ja überhaupt finde, dass japanische Kleidung die meisten Leute viel besser aussehen lässt. Männer wie Frauen.

Ich bin einfach nicht mehr so aufgeregt wie am Anfang bei den ersten Trainings, wo ich keine Ahnung hatte, was auf mich zukommt, wie ich mich anstellen werde und ob ich mich überhaupt dafür eigne. Mittlerweile freu ich mich einfach auf die Schinderei und die Möglichkeit, ein und dieselbe Bewegung so oft machen zu können, bis sie sich völlig natürlich anfühlt.

Die Rookies sind mittlerweile alle da, erste Scherzchen werden gerissen, wir sind eine Gemeinschaft von Adepten, verschworen noch nicht, aber wir könnten es werden.

Übliches Prozedere, Aufwärmen, dann wird der Haufen geteilt und – nein, Dieter übernimmt diesmal das Training der Großkatzen im Dschungel und Martin, ebenso groß, auch silberhaarig aber von hagerer Statur, die große Zähigkeit befürchten lässt, übernimmt uns. Er hat ein wenig Mühe, Dieter und die kämpfenden Katzen zu übertönen, aber wir bilden einen engen Kreis um ihn, dann können wir ihm folgen.

Erste Übung – gesprunge Schlägen (wie heißt das????) – nicht so trivial wie man denken könnte, weil immer beide Füße bewegt werden. Umpf. Aber es geht. Wir ringen um unsere Koordination, um Atem und das Gleichgewicht. Nach zwei Sätzen schart Martin uns um sich und erklärt uns, wofür das gut sein wird, außer dass es „die O***h-Übung des heutigen Trainings“ wäre – und wenn ich mir all die japanischen Termini gemerkt hätte, könnte ich das jetzt erklären, aber im Prinzip geht´s darum, dass das Erreichen des Einklangs aus Stampfschritt, Kiai und Schlag die Grundlage für den ersten Dan bildet…..schlagt mich, wenn ich das jetzt sehr verballhornt habe 😉

Das Training erinnert mich an vor zwei Wochen bei Kamemoto-San, langsam, viele Erklärungen, aber genauso anstrengend, wenn auch anders anstrengend.

Martin pflegt einen feinen Sarkasmus und wäre wohl, müsste er sich nicht gegen den Dschungel hinter uns durchsetzen, eher leise bis sehr leise.

Und dann schindet er uns subtil….mittendrin im (Übungs)Satz muss er unterbrechen, was erklären, und dann, pardauz, hat er doch glatt vergessen, wo er stehengeblieben war und wir fangen von vorne wieder an – mit einer Übung, bei der man in breitbeinige Postition leicht in die Knie geht und dann schlägt. Aua.

Bei der gleich darauffolgenden Übung, 20 Schläge in eben dieser Position, aber ohne „Erholung“ durch  Bein-Durchstrecken, verzählt er sich doch auch glatt, und als wir glauben, wir können unsere Oberschenkel nach 20 Wiederholungen vor dem Explodieren bewahren – geht´s einfach weiter, die Muskeln fangen an zu schreien, ich mache lang genug Sport, dass ich weiß, da geht noch was, aber heute musste noch mehr gehen…….

Vielleicht hätte der Kollege in der dritten Reihe nicht so viel tratschen sollen…..;-)

Tja – danach – meinte Martin, das wäre jetzt wohl die oa****-Übung des Abends gewesen – und so war´s auch. Aber wir sind gewarnt. Und ab jetzt wachsam. Und konzentrieren uns auf´s Kamae und darauf, den Gegner zu kontrollieren (und Martin keinen Grund für weitere 10 Wiederholungen zu geben  ;-)) ….

Freu mich schon auf nächste Woche 😉