Anfängerkurs-Bericht Teil 3: „Daniel“

Die Art des Training der letzten Woche hat mich dazu verleitet, die Kenshikan-Leute als die…..na sag ma mal…..gemütlicheren einzuschätzen (wobei…..in gewisser Hinsicht bin ich immer noch dieser Meinung).

Heute haben sie wieder gleichgezogen. Es war eher noch intensiver als Donnerstag.

Nach der langen Lektion in Etikette, Shinai-Terminologie und basic Japanese (Zählen von eins bis zehn) am letzten Dienstag, wo mir das Kreuz vom Herumstehen wehtat *ahem ;-)* hält sich Daniel nach dem Aufwärmen nicht lange mit Reden auf.
(Doch – aber er lässt uns reden – Wiederholung des Gehörten, und ein vorwitziger Neuling wird, während die anderen sich freuen, dass sie es nicht sind, vor die Gruppe geholt und muss mit Daniel mitarbeiten – er hat´s aber überlebt)

Aber dann – Grundposition – Fußarbeit – Schwingen – Schlagen und hernach – in Kombination. Und Mitzählen. Und Kiai. Ich rekapituliere, was ich letztes Mal mitgenommen habe – locker bleiben. Locker schwingen. Und – hey! – es geht! Wie sagt Sarah, meine Tanzlehrerin immer? Es muss sickern. Und es ist gesickert. Die Arme fühlen sich nicht mehr so verdreht an wie anfangs, ich fixiere nicht mehr die Spitze des Shinais, meine Fußsohlen bleiben nicht ständig am Boden hängen – da geht was!

Und es geht erstaunlich lange, denn Daniel treibt uns heute – und noch einmal – und einmal noch – und ein weiteres Mal, Mischa steht vorne, schreit uns die Handwechsel entgegen, jeweils zehn mal links/beide/rechts und retour – wie oft wechseln wir? Ich denke nicht dran, lass mich einfach reinkippen in den Rythmus, den tosenden Lärm, das beruhigt mich, nix mehr im Kopf, wow. Ich spür den Schweiß meinen Rücken hinunterlaufen, Schwäche, die den Körper verlässt (danke Hornbach ;-)), und es fängt an, wehzutun. Aber man ringt sich immer wieder noch eine Wiederholung ab, geht auch nicht anders, ich kann  nicht auf einmal Pause machen, wir sind ja nicht im Fitnesscenter….

Kurzfristig wird mir schwindlig, ich kenne das, entspanne meine Bauchdecke und nach ein paar Minuten geht es wieder.  War eindeutig zu angespannt… aber wen wundert´s 😉

Auf einmal ist die Stunde vorbei – ich bin ziemlich ausgepowert, aber ungewohnt fokusiert und gelassen.

Schön langsam entwickelt sich auch eine gewisse Gruppendynamik – es wird ein interessanter Herbst 😉

Der Muskelkater fängt schon an  zu schnurren….