Anfängerkurs-Bericht Teil 2: „Dieter“

Donnerstag – erstmals Training in der Baumgasse. Studium der Lagepläne, die mich auch nicht schlauer machen, aber egal, ich find das schon (Daniel hat mit den Weg erklärt, aber waren die Tennisplätze jetzt links oder rechts…?)

Ich bin ein bisschen spät dran, manchmal vergeht die Zeit irgendwie sprunghaft, der Fussweg von der U-Bahnstation zur Baumgasse ist doch mehr als zwei Minuten und dann kommt der ominöse Park…..es bleibt mir, nach einem Fehlgang, nur eine eher abweisend aussehende Türe, siehe da, sie ist offen, ich geh einfach weiter, siehe da, da stehen Schuhe vor den Garderoben, siehe da, da träg wer blau, siehe da, es ist der Männer-Umkleide-Raum 😉 Kein Problem, die Frauen sind gleich daneben, ich hüpfe in mein Gewand und öffne die Türe in einen neuen Dojo, verbeuge mich vorschriftsgemäß, es freut mich, dass sich das vollkommen natürlich anfühlt und betrete eine moderne, große Turnhalle.

Vertraute Gesichter, das ist gut! Allerdings niemand, der die Rookies so in Empfang nimmt wie bei den Kenshikan-Leuten (ich werde nicht vergessen wie mich Daniel mit „Hallo, ich bin der Daniel, wir machen Kendo!“ begrüßte …).

Es geht hier zackiger zu, aber – die Grundbegriffe kennen schon so gut wie alle, die Anfangsmedidation, und dann aufwärmen – es geht zur Sache. Ich hab mir keinen einzigen Übungsnamen gemerkt, aber es war keinerlei Problem zu folgen, wurde immer schön demonstriert.

Ende Aufwärmen, dann hieß es – Anfänger dort, Fortgeschrittene hier. Wir traben brav in die untere Saalhälfte, wo sich eine große, silberhaarige Gestalt aufbaut, uns bedeutet, so nahe als möglich zu kommen und uns mit den Worten „Ich bin der Dieter. Ich mach das schon eine Zeitlang, sie haben mir mittlerweile den fünften Dan gegeben, also, die Technik hab ich drauf…“ um sich schart – möglichst eng, weil es gleich laut werden würde – und es wurde laut, sehr laut sogar, ich hatte das Gefühl, hinter mir fängt der Dschungel an, die Schreie gemahnten mich an kämpfende Katzen (seeeehr große Katzen) (verzeiht mir, ich hör das als unbeleckte einfach so ;-))

Dieter erläutert uns Prinzipien – wo sind die Hände? der Daumen? Atem? Stimme? Beine? Schultern? Die Augen? Blickrichtung! Fokus!

Ok – versetzte Reihen bilden – und – dann schwitzen wir. Gut so. Sehr gut so.

Aber dem ist noch nicht genug – denn – erstmals – Partnerübungen. Yay 😉

Klasse, und nach ein paar Minuten grinst man auch nimmer blöd vor sich hin, sondern konzentriert sich.

Feine Sache.

Vollkommen anders als am Dienstag und beides war sehr gut.

Was ich mitnehme? Locker werden.

Ich gehe seit fünf Jahren orientalisch Tanzen und schön langsam werde ich locker.

Im Kendo – werde ich das auch werden. Locker sein. Locker schwingen. Keine Kraft.

Muss sickern. Wird sickern.

Und was ich noch mitnehme?

Ein Shinai, aber das ist schon wieder die nächste Geschichte 😉