London Cup 2013 – Ein Rückblick

Zum zweiten Mal seit fünf Jahren haben wir es wieder geschafft, den London Cup zu besuchen. Zwei Tage mit hochkarätigen Wettkämpfen und nicht ganz so hochkarätigen Schiedsrichterleistungen sorgten für ein zwiespältiges Erlebnis. Aber der Wettkampf ist definitiv eine Reise wert!

Insgesamt waren wir zu viert. Doris und ich von Kenshikan, sowie Manu von Kendo Linz und Rudi von Mumonkan Graz. Nicht ganz genug für ein Fünfer-Team, deshalb wurden wir am ersten Wettkampftag von einem irischen dritten Dan namens John unterstützt. Ein feiner Kerl, der unser Team gut ergänzt hat. Doch dazu später.

Die anderen waren schon länger in London, ich bin am Freitag vor dem Wettkampf angekommen und direkt vom Flughafen zur Halle gefahren. Dort gab es dann ein bisschen Kirikaeshi und dann viel Mawari-Geiko mit vielen unbekannten und ein paar bekannten Gesichtern. Die spannenden Kämpfe trösteten mich darüber hinweg, dass ich beim Aussteigen aus dem Flieger mein Tablet vergessen hatte und mich dann mit diversen Hotlines herumschlagen musste.

Team-Aufstieg knapp verpasst

Am nächsten Tag reisten wir von unserer eher unterdurchschnittlichen Jugendherberge (ich werde zu alt für Acht-Bett-Zimmer mit geteiltem Klo) ab richtung Halle. Der Teamwettkampf rief. Nach einer ganz kurzen Eröffnung ging es dann auch gleich los. Wir kämpften gegen zwei Teams von britischen Universitäten, einmal UKKC und einmal Oxford 1. Beide Kämpfe waren sehr spannend und ausgewogen. Im Endeffekt verpassten wir nur um einen Punkt den Aufstieg aus dem Pool. Das lag unter anderem auch an meiner Blödheit. Ich hatte als Taisho bereits eine 1:0-Führung, glaubte aber, dass ich 2:0 gewinnen müsste, damit wir weiterkommen. Der eine Punkt hätte aber gereicht. Und wenige Sekunden vor Schluss kassierte ich dann auch den Gegentreffer. Ärgerlich.

Nach ein bisschen Sightseeing und einer Nacht in einem neuen Zimmer (halb so viele Betten, deutlich ruhiger) ging es dann ins Einzelturnier. Es gab keine Pools, sondern aufgrund mehr als 150 Anmeldungen startete direkt das KO-System. Rund ein Drittel der Kämpfer tauchte aber gar nicht erst auf, es gab viele No-Shows, wodurch Kämpfer automatisch eine Runde weiter kamen. Leider hatte keiner von uns vier Österreichern dieses Glück. Und leider waren die Schiedsrichterleistungen an diesem Tag deutlich unter dem Niveau des Vortages. Das soll jetzt keine Ausrede sein, denn nicht nur wir litten darunter. In der Bildergalerie zum London Cup gibt es ein Bild, wo ein Jodan-Kämpfer aus Frankreich einem Jodan-Kämpfer aus England auf die Schulter schlägt. Drei Fahnen gingen rauf, es wurde Men gegeben.

Leider trübte das ein bisschen das Erlebnis des London Cup. Allerdings hat man dieses Problem auch anderswo. Und im Endeffekt ist keiner der Kämpfer bevorzugt worden, sondern alle mussten damit zurecht kommen. Umso wichtiger, dass die AKA Dinge wie das Shinpan-Seminar veranstaltet, um das Niveau der Schiedsrichter und damit der Wettkämpfe im Allgemeinen in Österreich zu erhöhen.

Viele neue Chancen

Es war ein spannendes Wochenende mit vielen tollen Kämpfen. Besonders spannend ist immer wieder, wenn man mit Unbekannten kämpft, wodurch man neue Stile kennenlernt und damit seinen Horizont erweitern kann. Witzig auch das Gefühl, wenn sich auf einmal Londoner Kendoka bei einem beim Ji-Geiko anstellen und sich schon eine richtige Schlange bildet. Aber bei den echten Kapazundern war die Schlange natürlich deutlich länger.

Ein großes „Thank you!“ an dieser Stelle an die Veranstalter des London Cup, die uns super betreut haben und den Wettkampf reibungslos über die Bühne brachten. Und an die Schweizerinnen, dank denen wir bei der Abschlussfeier ein neues Getränk kennenlernten – und den Wirt um alle Vorräte desselben erleichterten.

Mehr: Bilder vom London Cup 2013