Frischer Wind aus Salzburg

Wenn in Österreich ein neuer Kendoverein startet, ist das immer eine erfreuliche Sache. Umso erfreulicher, wenn dieser Verein nach einem Jahr nicht nur noch besteht, sondern sich zu einer starken, aufstrebenden Gemeinschaft entwickelt hat. Doris und ich hatte die Ehre, beim Jubiläumstraining von Kendo Salzburg dabei zu sein.

Was uns gleich beeindruckt hat, war die Anzahl der Teilnehmer beim Training. So viele Kendoka sind in Wien selten beim Training – und bei uns gibt es nicht nur einen Verein, sondern gleich zwei! Das sollte für alle von uns ein Ansporn sein, vielleicht doch etwas öfter vorbeizuschauen. Immerhin kann man sich nur weiterentwickeln, wenn man regelmäßig zum Training geht.

Faule Wiener?

Auch da sind die Salzburger ganz vorne dabei wie es scheint. Was sich hier einige innerhalb eines Jahres erarbeitet haben, haben viele von uns, die schon zwei oder drei Jahre dabei sind, aber nicht so fleißig trainieren, bereits wieder vergessen. Immer wieder hört man, dass die Arbeit so stresst oder es Prüfungen auf der Uni gibt oder wieder andere Begründungen dafür, dass man monatelang nicht zum Training kommt und sich dann wundert, dass die eigene Leistung nicht so wie erwünscht ist. Komisch, warum schaffen es dann Leute mit zwei oder drei Kindern und nicht gerade anspruchslosen Berufen trotzdem, regelmäßig zum Training zu kommen?

Und ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass die Salzburger all diese Probleme nicht haben. Egal wo in Österreich: Arbeit, Uni und Familie gibt es immer. Die Salzburger haben aber ein bisschen mehr Feuer unterm Hintern als wir derzeit. Das merkt man im Training und in der Intensität, mit der sie bei der Sache sind. Es freut mich sehr, dass das so ist und ich wünsche unseren Freunden im Westen, dass sie sich dieses Feuer noch lange warm halten können.

Mehr Power!

An uns liegt es jetzt, mit diesem frischen Westwind im Nacken, unser Feuer wieder ein bisschen mehr anzuheizen! Kendo Salzburg gibt es seit einem Jahr, Kenshikan gibt es seit fast 17 Jahren. Es wäre doch gelacht, wenn wir alten Hasen uns von diesen „Junghupfern“ so rasch überflügeln lassen, oder? Also: Fleißig trainieren, Jungs und Mädels, die Konkurrenz ist hungrig und lauert schon auf uns!

An die „Junghupfer“: Danke für das Training, die Gastfreundschaft und die Gelegenheit, euch alle einmal kennenlernen zu können! Dieser Besuch soll nicht der letzte sein und wir sehen uns bald wieder – spätestens bei der Bergiselschlacht in Innsbruck.

Hier gibt es ein paar Fotos vom Jubiläumstraining in Salzburg