Tanden – Was nicht in Wikipedia steht

Für alle, die rätseln, was uns Yumura Sensei am Ende des Trainings vorige Woche in der Südstadt mitgeben wollte: Er hat uns in Niederöblarn einen sehr erhellenden Vortrag über das Tanden gehalten, das er als maßgeblich für Kendo erachtet.

Das Tanden liegt im Mittelpunkt eines Dreieckes zwischen Nabel, Schambein und dem 3. Lendenwirbel. Frei übersetzt bedeutet der Begriff: Bereich, der zu einem langen Leben führt. Als Arzt hat sich Yumura Sensei darüber Gedanken gemacht, wie das Tanden zu stärken ist, und was ein starkes Tanden bewirkt.

Atemübungen helfen

Das Tanden kann man durch Atemübungen stärken (lange Ausatmung, wie wir es zu Beginn und am Ende des Trainings machen), und – Überraschung 😉 – durch Suburi. Bei den Suburi müssen die Bewegungen sehr bestimmt und akzentuiert sein, der Kiai ist eher kurz mit einer Betonung am Ende: MeN! Diese Übungen bewirken, dass unser „Reptilienhirn“ besser durchblutet wird. Das fördert unsere Instinkte – wie können „die Zukunft vorhersehen“. Eine Konzentration aufs Tanden erlöst und von den vier Hindernissen im Budo: Angst, Zweifel, Zögern und Furcht.

Beim Kendo ist die Verbindung zwischen linker Hand und Tanden essentiell. Wenn wir sie verlieren, weil wir nur mit den Armen schlagen, fallen wir mit dem Oberkörper nach vorne. Wenn wir im Zanshin die Arme nach oben reißen, wird diese Verbindung ebenfalls unterbrochen – wir bekommen ein Hohlkreuz. Und böse Gegner können uns zu Fall bringen, indem sie uns in den ungeschützen Hals stoßen. So manch einem wird jetzt ein Licht über die Natur der kraftraubenden Raufereien beim Jigeiko mit Yumura Sensei aufgehen 😉