Schweiß lass nach! Wie man seine Rüstung wäscht

Aus aktuellem Anlass – wahrscheinlich sind ihm Beim Anblick unserer bei sommerlichen Temperaturen durchgeschwitzten Bugus die Grausbirnen aufgestiegen – hat uns Tashiro Sensei, seines Zeichens 8. Dan und Rüstungsmacher, gezeigt, wie man Men und Kote wäscht:

In einem großen Schaff – oder, nach Absprache mit Mitgliedern des gemeinsamen Haushalts 😉 – lässt man ca. 20cm hoch lauwarmes Wasser ein und mixt es mit Waschmittel (z.B. etwas farbschonendes für schwarze Sachen) und Weichspüler. Die Dosierung ist etwas höher als für normale Wäsche. Darin weicht man Kote und Men mit dem Gitter nach oben ein (natürlich ohne Himo…). Die Lauge soll das schwarze Leder beim Gitter nicht erreichen.

Danach mit einer Bürste den Men in Richtung der Nähte außen und innen säubern. Bei starken Schweißrändern unverdünntes Waschmittel reinbürsten. (Gummihandschuhe sind kein Fehler). Die kleineren Teile im Men kann man gut mit einer Zahnbürste reinigen. Men mit sauberem Wasser abspülen und mit dem Gitter nach oben aufhängen, damit das Wasser nicht ins Leder beim Mengitter sickert (das Leder darf beim Waschen schon nass werden, soll aber nicht aufgeweicht werden). Wenn der Men ziemlich trocken ist, kann man den ovalen Ring im Inneren vom Rest wegbiegen, damit er schneller trocknen kann. Vor dem Trocknen den Men in seine schönste Form biegen.

Kote im Trockner

 

Bei den Kote kann man die Manschetten umstülpen, damit man sie innen besser bürsten kann. Fürs Innere der Fäustlinge eignet sich eine Bürste mit Stiel gut. Die gepolsterten Teile sollte man ordentlich durchkneten. Ebenfalls mit klarem Wasser spülen. Kote kann man, damit sie schneller trocknen, sogar schleudern (in einem Wäschenetz). Vor dem Trocknen die Handflächen glatt streichen, weil Falten zu Blasen führen können bzw. dort Löcher entstehen können. Die Kote mit der Faust nach oben auf Stöcken trocknen lassen.

Man sollte die Rüstung möglichst nicht in die pralle Sonne legen. Fürs Trocknen muss man drei Tage einplanen. Danach sind die Lederteile natürlich sehr steif und müssen massiert werden. Das Leder auf den Handflächen kann man mit Hautpflegeöl geschmeidig machen.

Die Lauge ist fast schwarzblau, deshalb werden Flecken und ausgebleichte Stellen beim Waschen ausgeglichen.

Nachfärben

Es gibt in manchen Bogu-Shops blaue Farbe zum Nachfärben. Für Men und Kote muss man mit zwei Flaschen rechnen. Die Farbe wird mit einer Bürste parallel zu den Nähten einmassiert – zweimal. Man sollte die Innenteile auch färben, weil es andernfalls unnatürlich aussieht. Das ganze färbt dann eine Zeitlang ab, also nicht in Weiß trainieren 😉

Für das schwarze Leder beim Mengitter kann man Permanentfarbe für Leder verwenden.